Natur & Landschaft

Burgdorf ist eine grüne Stadt. Hecken, Bäume und andere Freiflächen schaffen einen angenehmen Lebensraum. Das Naherholungsgebiet ist reich an Wäldern, landwirtschaftlichen Flächen und offenen Feldwegen.

Die Stadt und seine Bewohner haben sich in den letzten Jahrzehnten bemüht den Siedlungsraum nachhaltig zu bewirtschaften. Grün- und Freiflächen erfüllen im städtischen Gebiet verschiedene wichtige Funktionen für Freizeit und Erholung. Zugleich sind sie auch Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten.

Grünräume fördern das allgemeine Wohlbefinden und sind Orte der Begegnung. In ihrer Vielfalt von Formen und Farben, sind sie wichtig für die Raumgliederung und das Stadtbild.

Die Gemeinde nimmt ihre Verantwortung auch in Zukunft wahr und zeigt dies insbesondere mit dem neuen Baureglement und dem neuen Zonenplan. Burgdorf: Eine grüne Stadt mit viel Lebensqualität!

Fliessgewässer

Die Emme ist die natürliche "Lebensader" der Stadt Burgdorf. Sie durchfliesst das gesamte Gemeindegebiet von Süden nach Norden.

Die Emme ist ein prägendes Landschaftselement und gehört zum Emmental wie die grüne Hügellandschaft und der berühmte Emmentaler Käse. Sie hat auf dem Burgdorfer Gemeindegebiet eine Länge von 12 km und ist wichtiger Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten.

Das ganze Netz von Fliessgewässern beläuft sich auf 60 km. Dazu gehören Bäche wie Krauchtalbach, Biembach, Mülibach oder Luterbach.

 

Hochwasserschutz

In den vergangenen Jahrzehnten sind in Burgdorf und angrenzenden Gemeinden immer wieder Hochwasser aufgetreten. Krauchtalbach, Biembach, Kleine Emme und Oberburgbach sind die Gewässer, die sich für die Siedlungsgebiete als Gefahrenquellen entpuppten.

Die genannten Bäche wurden in den Jahren 1997, 1998 und 2001 umfassend saniert. Dabei galt es einerseits den Hochwasserschutz zu realisieren, andererseits war es der Wille der Gemeinde, auch Anliegen des Natur- und Landschaftsschutzes zu verwirklichen. Viele beispielhafte Sanierungen wurden entsprechend umgesetzt.

Krauchtalbach

Bild Krauchtalbach

Für den Krauchtalbach existierten seit den 60er-Jahren verschiedene Pläne für einen verbesserten Hochwasserschutz.

Das Projekt von 1983 sah im untersten Teil des Underbärgetals ein Rückhaltebecken für 10 Millionen Franken vor. Dies sprengte die finanziellen Möglichkeiten der Beteiligten Gemeinden Krauchtal und Burgdorf.

Das in den Jahren 1997/98 realisierte Projekt sieht mehrere temporäre Überflutungsgebiete im landwirtschaftlich genutzten Gebiet vor. Diese Flächen übernehmen die Retention der Hochwasserfrachten des Krauchtalbaches. Bei Überschwemmungen und Landschäden wird der Landeigentümer entschädigt.

Das Unterbärgetal steht seit 1975 unter Naturschutz. Mit der Bachsanierung konnte das Landschaftsbild deutlich verbessert werden. Einerseits wurde der Bach an die tiefste Talsohle verlegt, dies entspricht einem natürlich fliessenden Gewässer. Der Bach selber wurde auf einer Profilbreite von 10 m mit wechselnden flachen und steilen Ufern neu angelegt. Die Böschung bestockte man mit standortgerechten Pflanzen, zusätzlich entstanden zwei neue Feuchtgebiete.

Die Gesamtkosten von 2.2 Mio. Franken wurden zu 2/3 von Bund und Kanton getragen, der Rest von den zwei Gemeinden Krauchtal und Burgdorf.

Emme-Birne (lokale Erweiterungen)

Bild Emme-Birne

Aufgrund von hydrologischen Studien wurden für den Flusslauf der Emme verschiedene Massnahmen zur Eindämmung der Sohlenerosion erarbeitet. Die Ergebnisse der Studien von ETH-Zürich sowie dem Geographischen Institut Bern sahen verschiedene Massnahmen vor.

Unter anderem konnte nun durch lokale Verbreiterungen der Fluss-Sohle, wegen ihrer geometrischen Form "Birne" genannt, die Sohlenerosion vermindert werden. In diesem Bereich bildete sich ein verzweigter Flusslauf, was zu weniger Geschiebetransport und somit zu einer Verflachung des Sohlengefälles führt.

Naturerlebnis Emme

Der Verein Naturerlebnis Emme will das Wissen über die Naturwerte in um die Emme der breiten Bevölkerung zugänglich machen.

Im Verein haben sich verschiedene Naturschutzorganisationen wie auch der Kanton und die Stadt Burgdorf zusammengeschlossen, um das Wissen der verschiedensten Akteure entlang der Emme zu nutzen, die Naturwerte sichtbar zu machen und die Bevölkerung gleichzeitig dafür zu sensibilisieren. Ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Schutz und Nutzung der einmaligen Lebensräume steht dabei im Vordergrund. Mitglieder des Vereins profitieren von attraktiven Führungen und Aktionen rund um die Emme.

Logo Naturerlebnis Emme
Bild Naturerlebnis Emme

Kontakt
Hansruedi Schwab
Hausmatte 49
3321 Lyssach
Mail
Webseite Naturerlebnis Emme

 

Natutschutzgebiete in und um Burgdorf

Bild Auenteich

Die Stadt und die Burgergemeinde Burgdorf fördern seit vielen Jahren die Erhaltung und Pflege der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt. Eisvogel, Flussuferläufer, Kiesbänke, Weiden, Bärlauch und vieles mehr ist in den entsprechenden Gebieten zu erkunden.

In Burgdorf gibt es mehrere Naturschutzgebiete und geschützte Auenlandschaften von nationaler Bedeutung.

 
 

Naturschutzgebiet Auenwald, Oberburg / Winterseyschachen

Bild Emmen-Schachen

Der Oberburger Schachen ist ein kantonales Naturschutzgebiet und eines jener Auengebiete, denen nationale Bedeutung zugewiesen wurde. Als Aue bezeichnet man den Lebensraum entlang von Flüssen oder Seen, die mehr oder weniger im Einflussbereich des Wassers stehen.

Entlang der Emme, im östlichen Teil der Gemeinde, wachsen die Schachenwälder. Sie sind historisch geprägt von der Nähe zum Wasser. Im Laufe der Jahre wurde die Emme immer stärker eingeengt und in ihr Bachbett zurückgedrängt.

Heute sollen wieder einzelne offene Wasserflächen geschaffen werden. Dafür sind geeignete Gewässerabschnitte zu renaturieren. Die Stadt Burgdorf hat diese Absicht in ihr Baureglement aufgenommen. In den Schachenwäldern sind Naturschutz und Erholung wichtiger als die wirtschaftliche Nutzung von Holz.

 
 

Meiemoos: Magere Moore wollen nicht gedüngt werden

Bild Meienmoos

Das Meiemoos zwischen Burgdorf und Lyssach ist im Inventar der Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung aufgeführt

Die Gemeinde Burgdorf möchte einen extensiv genutzten Grünlandstreifen als ökologische Pufferzone entlang dem Naturschutzgebiet Meiemoos schaffen. Damit kann das Schutzgebiet vor einsickernden Nährstoffen aus der landwirtschaftlichen Düngung geschützt werden. Eine Überversorgung mit Nährstoffen führt dazu, dass einige wenige konkurrenzstarke Arten dominieren. Die konkurrenzschwachen, aber hoch spezialisierten Moorpflanzen werden zurückgedrängt

 
 

Naturschutzgebiet Gysnauflühe

Bild Flüeh

Am rechten Ufer der Emme, im Osten von Burgdorf, treten vier steile Felsabstürze markant in Erscheinung. Mit knapp 60 Metern Höhendifferenz zum Flussufer stechen diese Sandsteinformation dem Zugreisenden sofort ins Auge.

Am 1. August 1952 haben sich die Bürger der Gemeinde Burgdorf für den besonderen Schutz der Gysnauflüh ausgesprochen. Seither ist das Gebiet in die Liste der Naturschutzgebiete regionaler Bedeutung aufgeführt. Dementsprechend sind besondere Schutzbestimmungen formuliert worden.

Die Aufsicht über das Schutzgebiet obliegt dem Burgerrat der Gemeinde Burgdorf.

 
 

Das Ziegelgut: Lebensraum für den Glögglifrosch

Bild Frosch

Das Gelände um die ehemalige Ziegelei im Südosten Burgdorfs figuriert seit 2001 im Inventar der Amphibienlaichplätze von nationaler Bedeutung.

Die Kies- und Grubenbereiche, das Betriebsgelände mit sonnigen Flächen und Versteckmöglichkeiten, sowie der angrenzende Mischwald bieten Amphibien eine vielfältige Umgebung. Ein extensiver Kies- und Lehmabbau schafft zudem Bedingungen wie sie Pionierarten wie die Kreuzkröte oder die Gelbbauchunke benötigen.

Vor allem die selten gewordene Geburtshelferkröte– im Volksmund auch "Steichröttli oder Glögglifrösch" genannt – findet ideale Bedingungen und ist in relativ grosser Anzahl vorhanden.

Damit das Überleben dieser Populationen auch langfristig gewährleisten werden kann, wird die Stadt eine entsprechende Überbauungsordnung erarbeiten.

Naturpfad Waldegg-Schinterhole

Entlang der Emme, zwischen Waldegg und Schinterhole, existiert ein spannender Naturlehrpfad.

Der ca. 1.5 km lange, ausgeschilderte Pfad behandelt einerseits Sachthemen, andererseits sind Pflanzenstandorte bezeichnet.

Die Sachthemen sind auf Schautafeln anschaulich erklärt. Beispiele für Sachthemen:

  • Flur- und Siedlungsnamen
  • Wurzelwerk von Bäumen
  • Was sind Flechten?
  • Sagen und Gespensterhaftes, usw.


Geniessen Sie alleine, mit Freunden oder mit der Familie einen Gang entlang der Emme und lernen Sie dabei etwas über Natur und Kultur.

Broschüre zum Naturpfad Waldegg

Zum Burgdorfer Naturlehrpfad existiert eine eigene Broschüre mit Karte, welche beim Tourist Office Burgdorf bezogen werden kann.

Tourist Office

 

Fauna & Flora

Aktiver Vogelschutz in Burgdorf

Bild Aplensegler

Auf dem Stadtgebiet findet sich eine erstaunliche Anzahl von Vögeln. So beherbergt etwa das Gebiet um das Schlossmattquartier, sowie die Altstadt mit Schloss und Kirche eine hohe Zahl an Arten. Es konnten auf einem Quadratkilometer mehr als 50 verschiedene Brutvogelarten gezählt werden!

An grösseren Gebäuden nisten Mauersegler, am Schloss Dohlen und Turmfalken, am Ufer der Emme finden sich Bachstelze und Wasseramsel, der Schachenwald, die Sandsteinflüeh und ein benachbarter Buchenmischwald beherbergen schliesslich eine Vielzahl von weiteren Arten.

Die Mitglieder des Natur- und Vogelschutzvereins Burgdorf montieren Nistkästen im Gemeindegebiet. Auf diese Weise konnte zum Beispiel erreicht werden, dass die schweizweit gefährdete Art der Hohltauben wieder in Burgdorf brütet.

Alpensegler in der Stadtkirche

Fledermäuse: Ein Zuhause für das grosse Mausohr

Bild Alpensegler

Im einem alten Bauernhaus in der Nähe des Bahnhofs Regionalverkehr Mittelland wohnt eine grosse Kolonie des "Grossen Mausohrs", einer geschützten und stark gefährdeten Fledermausart.

Ursprünglich sollte das Gebäude abgerissen werden. Nach Einsprachen von Umweltschutzorganisationen sucht man nun nach anderen Lösungen. Nach Möglichkeit soll das bestehende Bauernhaus erhalten und sanft renoviert werden.

Das Grosse Mausohr ist die typische Dachstockfledermaus. Sie erreicht eine Körperlänge von 6 bis 8 cm und eine Spannweite von 35 bis 43 cm. In ruhigen und warmen Dachstöcken werden im Juni und Juli die Jungen, in der Regel ein einziges pro Muttertier, aufgezogen.

Oft sind mehrere hundert Weibchen in diesen so genannten Wochenstuben beieinander; Männchen leben derweilen einzeln in anderen Verstecken. Im August sind die Jungen selbständig. Sie werden nicht mehr gesäugt und fressen nun auch hauptsächlich Laufkäfer und Schnaken. Den Winter verbringen die Grossen Mausohren in frostsicheren Höhlen und Stollen, wo sie absolute Ruhe benötigen.

Die Geburtshelferkröte fühlt sich wohl in Burgdorf

Bild Geburtshelfer Kröte

Das Zahl der Geburtshelferkröten in der Schweiz hat sich in den letzten Jahren stark reduziert. Die Art ist gemäss der Roten Liste des BUWAL gefährdet.

Geburtshelferkröten bevorzugen sonnige Lebensräume, die vegetationsarm und von lockerem Gestein durchsetzt sind. Heute finden sich solche Gebiete noch in Kies- oder Lehmgruben.

Wie auch die Kreuzkröte musste sie in künstlich geschaffene Lebensräume umziehen, da die natürlichen weitgehend verschwunden sind. Ein Beispiel dafür ist das "Ziegelgut Fischermätteli" in Burgdorf, ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Die Geburtshelferkröten sind hier in grösserer Anzahl anzutreffen.

Pflanzenwelt

Bild Flora

 Die Vielfalt der Pflanzenwelt hängt direkt zusammen mit der Vielfalt der Lebensräume.

Über ein Drittel aller Pflanzenarten in der Schweiz gilt landesweit als gefährdet oder selten (d.h. potentiell gefährdet). Im Mittelland fallen fast zwei Drittel in diese Gruppe. Regelmässig aufdatierte so genannte rote Listen geben über den Gefährdungsstand jeder Art Bescheid.

In den letzten Jahrzehnten wurde dem raschen Artenrückgang mit Gegenmassnahmen begegnet. Von Bund und Kantonen gesetzlich vorgeschrieben und finanziell unterstützt, sind neue fachgemäss gepflegte und überwachte Naturschutzgebiete entstanden.

Der Staat bemüht sich auch, dem Artenschwund auf landwirtschaftlich genutztem Boden mit der Schaffung von ökolog. Ausgleichsflächen, Bunt- und Wanderbrachen, neuen Hecken und Auengebieten oder der Aufwertung von Waldrändern zu begegnen. Bei der Sanierung von Bachläufen kann eine naturnahe Neugestaltung realisiert werden.

Natur- und Vogelschutz Burgdorf und Umgebung

Der NVB engagiert sich für den Erhalt und den Ausbau von naturnahen Lebensräumen wie Hecken, Obstgärten, Feuchtgebieten, Kiesgruben, Trockenstandorten.

Auf Exkursionen wurden in den vergangenen Jahren vielen interessierten Erwachsenen und Jugendlichen unter fachkundiger Leitung die Tier – und Pflanzenwelt rund um Burgdorf näher gebracht.

 

Stadtverwaltung Burgdorf
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Telefon Zentrale: 034 429 91 11
Fax Zentrale: 034 422 94 26

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